, , ,

Sicherheit für mein Kind: Badeunfälle vermeiden

Bald geht sie wieder los, die Badesaison. Damit sind leider auch tragische Badeunfälle verbunden, bei denen sich Kinder verletzen oder sogar zu Tode kommen. Damit ihr und eure Kinder sicher durch den Sommer kommen, findet ihr hier wichtige Hinweise, wie man das Risiko eines Badeunfalls minimiert.

Den besten Schutz vor einem Badeunfall bieten Vorbeugemaßnamen und Aufmerksamkeit. Kleine Kinder sollten NIE unbeaufsichtigt in der Badewanne oder dem Planschbecken gelassen werden. Auch im Schwimmbad, dem Badesee oder am Meer gilt: Das Kind muss immer im Blick der Eltern sein. Seid ihr mit mehreren Erwachsenen dort, sollte vorher abgesprochen werden, wer die Aufsicht übernimmt, denn sonst kann es leicht passieren, dass jeder der Meinung ist, der Andere würde schon aufpassen.

Kinder vor einem Badeunfall schützen

 

Badeunfall: So verhältst du dich im Ernstfall richtig

Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Hat ein Kind einen Badeunfall, muss es so schnell wie möglich aus dem Wasser gezogen werden. Hier darf keine Sekunde gezögert werden! Das Kind darf auf keinen Fall geschüttelt oder kopfüber gehalten werden, um „das Wasser aus der Lunge zu bekommen“. Um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, sollte das Kind in eine Decke gewickelt werden. Schon bei einer Wassertemperatur unter 28° Grad kann eine Unterkühlung rasch eintreten. Ist das Kind ansprechbar, sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Selbst wenn man der Meinung ist, das Kind habe nur ein bisschen Wasser geschluckt, ist es wichtig, dass ein Arzt genauestens über den Badeunfall informiert wird und daraufhin die Lunge des Kindes untersuchen kann.

Im Falle einer Bewusstlosigkeit muss das verunglückte Kind in die stabile Seitenlage gebracht werden. Kontrolliere, ob die Atemwege frei sind und starte dann die Mund-zu-Mund-Beatmung. Bei Babys macht man eine Mund-zu-Nase-Beatmung. Auch der Notarzt sollte umgehend alarmiert werden und bis zu dessen Ankunft die Beatmung und Herzdruckmassage nicht unterbrochen werden. Wer sich unsicher ist und sein Erste-Hilfe-Wissen auffrischen möchte, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, der kann sich beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz online informieren oder an einem Erste Hilfe Kurs teilnehmen.

 

Vorbeugemaßnamen zur Vermeidung eines Badeunfalls

Viele Kinderunfälle beim Baden hätten sich durch die richtigen Vorbeugemaßnamen einfach vermeiden lassen. Folgende Fakten dürfen nicht vergessen werden:
Kleinkinder können auch in flachem Wasser ertrinken. Ihr verhältnismäßig großer Kopf sorgt dafür, dass der Schwerpunkt verlagert ist. Geraten sie unter Wasser, schaffen sie es nicht, aus eigener Kraft aufzustehen. Zudem geht ihnen unter Wasser die Orientierung verloren.

– Kleinkinder gehen im Wasser sofort unter wie ein Stein und treiben nicht – wie es viele denken – noch einmal vor dem Ertrinken an der Oberfläche.

Wenn ein Kind ertrinkt, geschieht das in den meisten Fällen ganz leise, denn Kinder haben nicht die Möglichkeit, um Hilfe zu rufen. Grund: Das Kind gerät in Panik und versucht zuerst, sich mit ausgebreiteten Armen an der Wasseroberfläche zu halten. Da es aber immer wieder unter Wasser gerät, schnappt es reflexartig nach Luft und kann somit nicht nach Hilfe rufen.

Schwimmflügel und Schwimmreifen bieten keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken. Sie sind lediglich eine Unterstützung. Kleinkinder können im Wasser nicht immer die Balance finden und kippen daher mit ihrem großen Kopf leichter nach vorne und hinten. Bei plötzlichem Wellengang oder Gedränge im Wasser kann so der Kopf schnell unter Wasser geraten.

– Die effektivste Möglichkeit, sein Kind vor dem Ertrinken zu schützen, ist, es in Wassernähe nie unbeaufsichtigt zu lassen. Schon eine Minute ohne Beaufsichtigung (z.B. um ein Handtuch zu holen, zu telefonieren, kurz mal was zu Essen oder sich in den Liegestuhl zu setzen…) reicht, um dein Kind in Gefahr zu bringen. In Schwimmbädern gibt es zwar einen Bademeister, aber dieser kann seine Augen leider auch nicht überall haben; die Verantwortung für das Kind tragen die Eltern.

Wasser übt auf Kinder seit jeher eine große Faszination und Anziehungskraft aus. Sobald sie laufen und klettern können, werden sie versuchen, das Wasser zu erkunden. Diese Neugierde sollte nicht unterschätzt werden!

– Auch Kinder mit Seepferdchen Abzeichen sind noch lange keine sicheren Schwimmer, da es ihnen an Routine fehlt. Schluckt ein Kind im überfüllten Freibad Wasser, besteht die Gefahr, dass es dadurch in Panik gerät und sich nicht mehr über Wasser halten kann. Auch beim Rutschen lauern Gefahren: Hier können Kinder schnell unter Wasser geraten und die Orientierung verlieren. Im kalten Meer oder See sind die Kräfte des Kindes beim Schwimmen schnell aufgebraucht und auch gefährliche Brandungssoge können Kinder immer weiter ins tiefe Wasser ziehen.

So vermeidest du einen Badeunfall mit Kind

 

Zu Hause, Schwimmbad oder Meer: So geht’s richtig!

Das sichere Zuhause:

Kinder sollten beim Baden nicht alleine gelassen werden. Pool und Gartenteich müssen durch Zäune und/oder Bewegungsmelder gesichert werden. Der unbenutzte Pool sollte mit einer festen Abdeckung gesichert sein. Diese Pool-Abdeckung sollte auch so robust sein, dass sie nicht nachgibt, wenn das Kind darauf läuft. Alle Spielsachen sollten aus dem Swimmingpool entfernt werden, da das Kind danach greifen und ins Wasser fallen könnte. Planschbecken sollten nach dem Gebrauch immer sofort geleert werden. Dies schützt nicht nur die eigenen, sondern auch Nachbarkinder. Regentonnen und ähnliche Gefäße sollten auch stets sicher verschlossen werden, um ein Hineinfallen des Kindes zu verhindern. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der verzichtet am besten ganz auf Gartenteich und Co.

Der sichere Schwimmbadbesuch:

Vor dem Schwimmbadbesuch solltest du deinem Kind folgende Regeln erklären: Im Schwimmbad wird nicht gerannt. Es wird nicht vom Beckenrand gesprungen. Ohne Mama oder Papa wird nicht ins Wasser gegangen. Wir gehen ausschließlich ins Nichtschwimmerbecken. Andere Kinder unter Wasser zu tauchen ist absolut verboten.

Sicher am Meer und See: 

Luftmatratzen sollten nur unter elterlicher Aufsicht im Meer verwendet werden, da sie durch die Strömung schnell in tiefes Wasser abtreiben können. Auch eine starke Brandung muss als Gefahrenquelle wahrgenommen werden: Sie kann Kinder umwerfen und ins Meer treiben. Schwimmhilfen sollten auch beim Spielen im flachen Wasser immer getragen werden. Bei unbekannten Gewässern ist doppelte Vorsicht geboten, da sie viele Gefahren bergen. Auch Seen und Teiche mit Wasserpflanzen sollten gemieden werden. Wie für alle anderen Gewässer gilt auch am Meer und See: Das Kind sollte beim Spielen im und am Wasser nicht unbeaufsichtigt sein. 

Badeunfall Regeln zur Vermeidung

 

Ab wann ist ein Kind schwimmsicher?

Auch wenn Kinder das Seepferdchen-Abzeichen erfolgreich bestanden haben, heißt das leider noch lange nicht, dass sie geübte Schwimmer sind. Für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gilt ein Kind erst dann als wassersicher, wenn folgende Situationen problemlos gemeistert werden:

– Das Kind sollte ruhig bleiben und nicht in Panik geraten, wenn es unvermutet Wasser ins Gesicht bekommt oder schluckt. Unterbricht das Kind das Schwimmen in einem solchen Fall, ist es noch nicht 100% schwimmsicher.

– 15 Minuten sind eine Zeitspanne, die ein guter Schwimmer ohne Halt und ohne Hilfsmittel im tiefen Wasser schwimmen können sollte

– Kinder können sicher schwimmen, wenn sie auch unter Wasser ruhig bleiben und nicht panisch werden

– Kinder sollten sich auch auf dem Wasser treiben lassen können und gute Rückenschwimmer sein. Das Beherrschen von Sprüngen ins Wasser ist auch ein gutes Zeichen.

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfehler sind mit * markiert