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Kindern die Angst vor Corona nehmen | 6 Tipps für Eltern

Die aktuelle Lage ist für Groß und Klein eine ganz schöne Umstellung. Und für viele eine ziemliche Belastungsprobe. Nicht nur Mama und Papa müssen nun planen, wie sie Homeoffice und Familie koordinieren. Auch für die Sprösslinge ist der Alltag ohne Schule, Kindergarten und die gewohnten Freizeitaktivitäten ein ganz anderer geworden. Noch dazu ist das Thema Corona-Virus jetzt allgegenwärtig. Kids hören Gespräche mit oder unterhalten sich selbst über Corona. Und die Medien kreisen erst Recht um die neue Gesundheitskrise. Das alles kann den Nachwuchs leicht verunsichern. Aber wie kann man Kindern die Angst vor Corona nehmen? 6 Tipps zum Umgang mit dem Thema haben wir hier für euch zusammengestellt.

1. Mit Kindern über den Corona-Virus sprechen

Um Kindern die Angst vor Corona zu nehmen, sind offene und einfühlsame Gespräche von großer Bedeutung. Denn in Krisenzeiten ist Kommunikation ganz besonders wichtig, damit sich niemand mit seinen Sorgen allein gelassen fühlt. In ruhigen Gesprächen lässt sich meist gut herausfinden, ob und was den Kleinen in der gegebenen Situation Angst macht. Dabei können unter anderem folgende Punkte helfen:

  • Angenehme Atmosphäre schaffen: In einer entspannten Umgebung fühlen sich Kinder gleich sicherer und es fällt ihnen leichter, sich zu öffnen. Deshalb solltet ihr einen geeigneten Zeitpunkt und Rahmen für das Gespräch auswählen.
  • Vorsichtig vortasten: Am besten horcht ihr zunächst nach, was eure Kids bereits über den Virus gehört haben. Wo haben eure Kleinen besonderen Redebedarf? Welche Fragen gibt es? Zuhören ist gerade bei solch sensiblen Themen zentral.
  • Kids nicht überfordern: Achtet während eurem Gespräch genau auf die Signale, die eure Kids senden. Körpersprache und Stimmlage können zum Beispiel Hinweise geben, ob das Thema die Kleinen überfordert. Auch könnt ihr so gut feststellen, wo die Sorgen insbesondere liegen.
  • Ernst nehmen: Auch kleine Sorgen solltet ihr nicht runterspielen. Zeigt euren Kids, dass sie auch mit schwierigen Themen zu euch kommen können und dass es nicht schlimm ist, auch mal Angst zu haben. 
  • Ehrlich & kindgerecht erklären: Kinder merken leicht, wenn etwas nicht stimmt. Erklärt ihnen kindgerecht, was vor sich geht. Am besten nutzt ihr dabei Beispiele aus dem Alltag der Kleinen. Wenn ihr etwas selbst nicht wisst, ist das auch kein Beinbruch. Auch Mama und Papa haben nicht immer alle Antworten. Statt sich Erklärungen auszudenken, könnt ihr mit euren Kids gemeinsam auf die Lösungssuche gehen.
Moodbild Junge mit Sorgen
Jedes Kind geht anders mit seinen Sorgen um. Die Körpersprache und Stimmlage können dabei helfen, Ängste zu erkennen.

2. Wissen vermitteln, um Kindern die Angst vor Corona zu nehmen

Es ist wichtig, dass auch der Nachwuchs versteht, was er zu seinem Schutz gegen den Virus tun kann. Das unterstützt ihre Sicherheit  und kann ebenfalls dazu beitragen, Kindern die Angst vor Corona zu nehmen. Erklärt den Kleinen in kindgerechter Sprache, welche Maßnahmen sie beachten sollen und warum. Gerade kleinen Kindern fällt es nicht immer leicht, sich an die neuen Regeln zu halten. Vor allem das Thema Händewaschen trifft nicht bei allen Kids auf Gegenliebe. Einige Eltern haben aber Tricks entwickelt, um Kids für den nötigen Schritt zu interessieren. Hier sind 4 Beispiele:

  • Bakterien-Experiment: Die Hände der Kleinen werden eingecremt und dann mit Glitzer bestreut. Wo die Kids nun hinfassen, bleiben Glitzer-Körnchen kleben – ähnlich wie bei Viren und Bakterien, wenn die Hände nicht gewaschen werden. Sobald die Kleinen ihre Hände gut einseifen und lange genug unter den Wasserstrahl halten, verschwindet der Glitzer. Das Experiment ist super geeignet, um Kindern spielerisch zu zeigen, wie wichtig Händewaschen ist und was dadurch mit den Viren passiert.
  • Virus-Tattoo: Am Morgen malt ihr euren Kindern mit Kugelschreiber einen Virus auf die Hand. Wenn der Virus am Abend verschwunden ist, haben die Kleinen ausreichend oft die Hände gewaschen.
  • Seife selbst herstellen: Eine schöne DIY-Ideen, um Kinder zuhause zu beschäftigen. Aber auch ein Mittel zum Zweck. Denn mit bunter oder glitzernder Seife aus Eigenproduktion macht Händewaschen auf einmal fast schon Spaß.
  • Wasch-Songs: Wie lange ist lange genug? Der Song “Happy Birthday” hilft den Sprösslingen einzuschätzen, wie lange sie die Hände waschen müssen. Einfach 2 Mal das Lied gesungen, schon ist es geschafft. Natürlich geht auch jeder andere Song, der die 20 Sekunden füllt.
Moodbild Hände waschen
Gründliches und häufiges Händewaschen ist jetzt besonders wichtig. Mit kleinen Tricks macht es auch gleich viel mehr Spaß.

3. Strukturen schaffen Sicherheit

Auch wenn im Moment alles ein bisschen Kopf steht, sind geregelte Alltagsstrukturen für den Nachwuchs wichtig. Denn täglich wiederkehrende Rituale und eine erkennbare Muster geben auch in Krisenzeiten Sicherheit. Mit Homeoffice und Homeschool wird der gewohnte Tagesablauf natürlich vom normalen Alltag abweichen. Aber ihr solltet euch dennoch auf Zeiten und Regeln für das neue Miteinander einigen. Feste Essens-, Arbeits-, und Schlafenszeiten helfen dabei, eine neue Routine zu finden. Aber auch für gemeinsame Spielzeiten sollte Platz sein. Viele Eltern arbeiten mit ihren Kids einen Stundenplan aus, auf dem jeder sehen kann, was wann ansteht.

Übrigens sind auch Sport und Bewegung für den Abbau von Stress gut. Eine Runde auf dem Trampolin im Garten hüpfen, Springseil springen oder Fangen spielen ist also gewiss eine prima Idee.

4. Durch Verständnis Kindern die Angst vor Corona nehmen

Die Corona-Krise bedeutet für jeden von uns eine Umstellung. Auch Kinder erfahren dieser Tage viele Einschränkungen: Sei es ein Urlaub, der abgesagt wurde, seien es die Freunde, die nicht mehr besucht werden können, ein Geburtstag ohne Party oder einfach viel zu viel Zeit drinnen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, sich gegenseitig Verständnis zu zeigen. Macht euren Kleinen klar, dass ihr ihre Enttäuschung, Langeweile und Sorgen verstehen könnt. Wer sich angenommen fühlt, ist viel eher bereit, ebenfalls Rücksicht auf andere zu nehmen. Auch kann es Kindern die Angst vor Corona nehmen, wenn sie einen starken Zusammenhalt spüren und sie sich mit ihren Gefühlen – auch den traurigen oder wütenden – akzeptiert fühlen.

Moodbild Mutter und Sohn
Gemeinsam stark – als Team durch die Krise.

5. Spaß haben nicht vergessen

Kindern die Angst vor Corona nehmen – dazu gehört auch eine gute Portion Spaß. Nachrichten zum Virus haben einfach mal Sendepause und die Familie verbringt gemeinsam ein paar schöne Momente. Mit tollen Spielideen für Zuhause lässt sich die Zeit miteinander versüßen. Denkt zusammen an schöne Erinnerungen und begebt euch gezielt in eine positive Sichtweise. Das kann man zum Beispiel ganz toll mit einem Dankbarkeitstagebuch schaffen. Hier werden vor dem Schlafen gehen die 3 besten Erlebnisse des Tages aufgeschrieben – eine tolle Übung für eine positive Einstellung. Ihr könnt euch auch abends zusammensetzten und über eure Highlights des Tages sprechen – das macht gleich allen gute Laune.

Spaß haben gilt aber nicht nur für die Kleinen. Auch Eltern müssen in diesen Tagen besonders auf sich achten und auf ihren Bauch hören. Denn auch für die Großen ist die Situation stressig. Kümmert euch, so wie es möglich ist, auch um eure Bedürfnisse und sorgt dafür, dass es euch selbst gut geht und ihr gesund bleibt!

Moodbild Mutter und Kinder spielen
Gemeinsames Spielen ist nicht nur für die Kleinen ein Ausgleich in stressigen Zeiten.

6. Nähe trotz sozialer Distanz

Für viele Kinder und auch Erwachsene ist es besonders schwer, die sozialen Kontakte zu minimieren. Freunde und Großeltern konnten zuvor nach Lust und Laune besucht werden. Das ist aktuell anders und kann den Kleinen auch ein Stück weit Sorgen machen.

Auch hier hilft meist ein offenes Gespräch, um die Kleinen zu beruhigen. Es ist wichtig, dass Kids verstehen, warum die Distanz notwendig ist und dass sie auf diese Weise helfen, sich und andere zu schützen. Zeigt den Kleinen stattdessen Alternativen zum Besuch auf. Mit Briefen, Telefonaten oder Videoanrufen können sie Verwandten und Freunden auch aus der Ferne nah sein. Das hilft dabei Kindern die Angst vor Corona zu nehmen. Denn die anderen sind nicht aus der Welt und können noch immer erreicht werden. So bringt ihr ein Stückchen Normalität in eine ungewohnte Situation.

Moodbild mit Kind beim Briefschreiben
Briefe, Anrufe, Facetime & Co. können dabei helfen, Nähe trotz Distanz zu schaffen.

Habt ihr ebenfalls Tipps, um Kindern die Angst vor Corona zu nehmen? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema bisher gemacht? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Alles Liebe und bleibt gesund!

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