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Jeder kann helfen – Flüchtlingskinder in Berlin unterstützen!

Wir wurden anlässlich der aktuellen Situation bereits mehrfach gefragt, ob tausendkind Spielsachen sowie Kleidung für Flüchtlingskinder in Berlin spenden kann. Da mussten wir nicht lange überlegen, schließlich liegt auch uns die Unterstützung von Flüchtlingskindern sehr am Herzen.

Die drei Mütter und Bloggerinnen Susanne, Anja und Mareice stellen ihre bedingungslose Hilfe in diesen Zeiten der Not zur Verfügung. Sie sind mit Herz und Seele dabei, Kindern und deren Eltern in schwierigen Situationen zu helfen.

„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“, sagte Maria Montessori. Wir möchten ihnen diesen Weg etwas erleichtern und wollten zudem auch mehr über Hilfsangebote in Erfahrung bringen. Deshalb haben sich Susanne von „Geborgen Wachsen„, Anja von  „Von guten Eltern“ und Mareice von „Kaiserinnenreich“ für die Beantwortung einiger Fragen, die sicherlich auch euch beschäftigen, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Wie ihre Hilfe aussieht und wie auch ihr helfen könnt, möchten wir euch mit dem folgenden Interview aufzeigen

Wer seid Ihr und was hat 3 Bloggerinnen dazu bewegt Flüchtlingen zu helfen?

Susanne: Für mich ist es ganz klar zu helfen. Es gibt Menschen in Not, die Hilfe brauchen. Insbesondere die Not von Kindern bewegt mich immer wieder zu Hilfen in Form von Spenden oder anderen Dingen. Die Frage ist eher: Warum machen das nicht noch viel mehr Menschen?

Anja: Ich bin Hebamme, Bloggerin (www.vonguteneltern.de), Buchautorin und Mutter von drei Kindern.
Als Hebamme war mir natürlich klar, dass auch viele Schwangere und junge Mütter mit ihren Babys unter den Flüchtlingen sein werden, die besonders Schutz und Hilfe benötigen. Meine großartige Kollegin Simone Logar vom Berliner Hebammenverband hat innerhalb kürzester Zeit die Versorgung mit Hebammenhilfe für die vielen Flüchtlinge am LaGeSo organisiert. Wir sind mehrere Hebammen aus Berlin, die versuchen in ihrem Arbeitsalltag immer noch ein paar Stunden für die ehrenamtliche Hilfe vor Ort freizuschaufeln, so daß möglichst mindestens immer eine Hebamme dort vor Ort ist.
Zudem versuche ich bedarfsgerechte Spenden zu akquirieren und durch Artikel für die Situation zu sensibilisieren.

Mareice: In erster Linie bin ich nicht nur Bloggerin, sondern vor allem Mensch. Daher war es für mich nach kurzer Zeit klar, dass den anderen Menschen, die tagelang in Berlin auf ihre Registrierung warten müssen – nachdem sie teilweise schon Monate auf der Flucht waren – geholfen werden muss. Wer gesehen hat, was in Berlin am LaGeSo los ist und ein Herz besitzt, kann gar nicht anders, als zu helfen.

Wie sieht Eure Arbeit vor Ort aus und von wem bekommt Ihr Spenden sowie Unterstützung?

Susanne: Leider bin ich gerade ziemlich eingebunden: Eingewöhnung im Kindergarten mit dem Sohn, die Tochter kommt in die Schule und ich bin schwanger mit dem dritten Kind und daher zwischen Übelkeit und Müdigkeit den ganzen Tag lang. Vor Ort kann ich mich deswegen nicht so gut einbringen. ich war mit den Kindern im LaGeSo, habe dort Spenden vorbei gebracht und mir ein Bild von der Situation gemacht. Ansonsten besteht meine Unterstützung eher darin, Spenden von Unternehmen zu akquirieren.

Anja: Die Schwangeren oder Mütter kommen in den recht provisorischen medizinischen Versorgungsbereich oder werden auf dem Gelände von uns angesprochen, ob Hilfebedarf besteht. Oft schicken die ehrenamtlichen Ärzte vor Ort die schwangeren Frauen gleich zu uns weiter. Oft konnte damit vermieden werden, dass eine schwangere Frau „umsonst“ in die Klinik gebracht wird, was ja meist mit einer temporären Trennung zur restlichen Familie verbunden ist und erneut Ängste auslösen kann.

Mareice: Ich versuche so oft es geht, direkt zu helfen. Entweder am LaGeSo oder in einer der Berliner Notunterkünfte. Helfende Hände werden überall gebraucht: Vom Essen ausgeben über das Müll einsammeln bis hin zum Sortieren von Sachspenden und dem Austeilen der lebenswichtigen Dinge wie Kleidung, Essen und Trinken.

 

Sammelaktion aus Kurz & Klein, August 2015, Fotocredit: Andi Weiland
Sammelaktion aus Kurz & Klein, August 2015, Fotocredit: Andi Weiland

Wie werden die Kinder/Babys versorgt? Gibt es Freizeitangebote oder Schulbildung/ Wohnraum?

Anja: Direkt am LaGeSo gibt es einen kleinen Bereich für die Kinder, wo die tollen Helfer von „Moabit hilft“ mit ihnen spielen, basteln und einfach unterstützend da sind.

Bekommen Mütter die Möglichkeiten sich mit ihren Babys zurück zu ziehen? (Wickeln, Stillen, Schlaf, Ruhe, Privatsphäre)

Anja: Wir haben einen kleinen Rückzugsraum für Mütter und Babys, in dem es aber zum Beispiel nur eine Liegemöglichkeit gibt. Manche Schwangere ist wochenlang zu Fuß gelaufen oder es gibt Frauen, die ihr Kind erst vor wenigen Tagen auf der Flucht geboren haben. Kulturell bedingt ist es für viele Frauen auch schwierig, ihre Kinder in der Öffentlichkeit auf dem Gelände zu stillen. Auch dafür müsste es viel mehr Rückzugsraum geben.

Was fehlt den Kindern am meisten und wie kann man helfen?

Anja: Am meisten fehlt ihnen wahrscheinlich eine „Normalität“ und Hilfe, die zum Teil hochtraumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Deshalb ist es sicher auch wichtig, dass die Familien schnell eine adäquate Unterkunft bekommen und sie auch Zugang zu Kitas und Schulen bekommen. Aber auch materiell fehlt es natürlich an vielem. Die meisten kommen nur mit dem an, was sie am Körper tragen.

Mareice: Am LaGeSo habe ich schon oft Familien getroffen, deren Kinder keine Schuhe besitzen. Ein kleines Mädchen, 2 Jahre alt, wurde stundenlang von ihrer 5-jährigen Schwester getragen. Deshalb sind die Spenden auch so wichtig. Es gibt außerdem mittlerweile einen Kinderbereich, in dem Kinder so unbeschwert wie möglich einige Zeit spielend verbringen können. Auch dort werden nach wie vor Menschen gebraucht, die den Kindern ihre Zeit schenken.

Wo sind die Anlaufstellen wenn ich helfen möchte? Sind Spenden erwünscht?

Mareice: Die findet man ganz leicht über Google. Die Notunterkünfte halten ihre Bedarfslisten online immer aktuell. Am LaGeSo werden Helfer_innen zur Zeit werktags von 14 bis 17 Uhr gebraucht. Wer helfen will, ist überall willkommen. Natürlich auch bei „Kreuzberg hilft“, einer Initiative, die ich gemeinsam mit einer Hebamme von Berliner Hebammenverband und dem Laden Kurz & Klein gegründet habe. Wir sammeln in Berlin-Kreuzberg Sachspenden, um sie gezielt zum LaGeSo und den Berliner Notunterkünften zu bringen – und suchen aktuell übrigens noch Fahrer_innen, die die Spenden durch Berlin fahren. Alle Infos gibt es unter kreuzberg-hilft.com.

Was bekommt Ihr von den Kindern zurück?

Mareice: Mir geht es gar nicht darum, was ich zurück bekomme. Einigen Menschen, auch den Kindern, sieht man die Strapazen der Flucht deutlich an. Sie sind verunsichert, lächeln wenig. Ich warte nicht auf das große Dankeslächeln der Kinder, wenn ich ihnen ein Paar Schuhe in die Hand drücke. Ich finde, es sollte selbstverständlich sein, den Menschen in dieser Notlage zu helfen. Ohne großes „Zurückbekommen“. Einfach, weil Menschen, denen es gut geht, Menschen in Notlagen helfen sollten. Ohne Gegenleistung.

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