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Wie kommt das Baby in den Bauch? – Aufklärung für Kinder

„Bald ist es soweit, endlich bekomme ich ein kleines Geschwisterchen!“ Genau darauf freut sich derzeit auch mein vierjähriger Cousin, der es kaum erwarten kann, dass das Baby aus dem Bauch seiner Mama das Tageslicht erblickt. Auch wenn es bis dahin noch ein wenig Zeit ist, stellt er Mama, Papa und inzwischen auch mir die Frage, wie das Baby denn eigentlich in den Bauch gekommen ist.

Blumen und Bienen oder der Storch mit dem Tuch?

Die Geschichte von den Blumen und Bienen kennt ihr sicher auch und viele Eltern versuchen auf diese Art und Weise den Kindern zu erklären, wie Babys entstehen. Einige Eltern erzählen aber auch gern die Geschichte vom Storch, der den Nachwuchs in einem Tuch bringt. Aber ist es richtig ein Kind bei einem Thema, das es früher oder später weiter beschäftigen wird, „anzulügen“?

Es ist ganz natürlich, dass Kinder bereits im Kindergartenalter mehr über ihren Körper wissen wollen und ganz ohne Scheu Fragen stellen. Das ist auch der Grund, warum über das Thema „Aufklärung für Kinder“ immer wieder heiß diskutiert wird. Schreibt uns doch im Anschluss einfach eure Meinung in die Kommentare, wir freuen uns!

Kindergarten – Es ist nie zu früh

Beim Thema Aufklärung gibt es eigentlich kein zu früh! Sobald die Kids bereit sind eine Frage zu stellen, sollten sie gewöhnlicher Weise auch bereit sein, darauf eine ordentliche und kindgerechte Antwort zu bekommen. Jetzt stellt ihr euch sicher die Frage: Was ist denn überhaupt kindgerecht bei einem Thema, das sogar einige Erwachsene noch rot werden lässt? Natürlich stellen 4-jährige Kinder andere Fragen zum Thema Babys als 9-jährige, deshalb sollten die Antworten auf das Alter eures Kindes abgestimmt sein.

Die Kleinen geben sich meist schon mit einer kurzen Antwort zufrieden. Haltet die Antworten deshalb schön einfach und unkompliziert. Stellt euer Kind die Frage, wo es denn eigentlich her kommt, könnt ihr zum Beispiel antworten: „Du bist im Bauch von Mama entstanden, dort bist du 9 Monate lang gewachsen, bis zu deiner Geburt.“ Gebt euren Kleinen die Antworten am Besten in kleinen „Happen“, sodass sie bei weiterer Ungewissheit weitere Fragen stellen können. Solltet ihr nicht genau wissen, was ihr auf diese Fragen antworten könnt, haben wir hier ein paar Vorschläge, wie man es machen könnte:

Woher komme ich?“ – „Du wurdest in dem Bauch von deiner Mutter gemacht und bist dort gewachsen, bis du dann soweit warst geboren zu werden.“ 

Und wie bin ich in den Bauch gekommen“ – „Ein Ei von Mama und ein Samen von Papa haben sich vereint. So ist dann ein Kind erzeugt worden – Du!“ oder „Das ist ein bisschen wie beim Backen: Durch zwei Zutaten entsteht ein schöner Kuchen. Nur sind das wie beim Backen nicht Mehl und Butter, sondern eine Eizelle von der Mama und ein Samen vom Papa.“

Werden wirklich alle Babys so gemacht?“ – „Ja, alle Menschenkinder und auch viele Tierkinder werden so gemacht. „

Und wie kann das Baby im Bauch leben? Kann es dort atmen und essen?“ – „Das Baby ist dort in einer besonderen Hülle, genannt Gebärmutter. Dort kann es ganz normal atmen und bekommt das essen von der Mama über die sogenannte Nabelschnur.“ 

Und wie kommt das Baby dann wieder aus dem Bauch raus?“ – „Nach einer langen Zeit, wenn das Baby zu groß für den Bauch der Mutter ist und mehr zu Essen braucht, als es im Bauch bekommen kann, muss es geboren werden. Dann zeigt das Baby der Mama, dass es so weit ist und Mama und Papa fahren gemeinsam ins Krankenhaus, wo Ärzte helfen, das Baby auf die Welt zu bringen. Genauso war es auch bei dir. Das war ein sehr schöner Moment in unserem Leben.“

Kann ich denn auch wieder in den Bauch zurück?“ – „Auch wenn die Kinder es sehr gut im Bauch der Mutter haben, können Sie nicht wieder zurück. Aber hier draußen ist es ja auch sehr schön. Wir können uns sehen, miteinander reden und ganz viel spielen.“

Kann ich oder Onkel Peter auch ein Baby bekommen?“  – „Nein, Onkel Peter kann kein Baby im Bauch haben, weil nur weibliche Körper Babys wachsen lassen können. Wenn du später einmal groß genug bist, kannst auch du bzw. deine Frau Kinder bekommen, jetzt ist dein Körper aber noch nicht ausgewachsen, d.h. das Baby kann dort noch nicht wachsen.“

Schulkinder – Provozieren und Austesten

Die Kids sollten ruhig schon früh aufgeklärt werden, da das Thema früher oder später im Sachunterricht in der Schule behandelt wird. Gerade dann ist es gut, wenn die Kinder schon ein gewisses Vorwissen haben. Schulkinder, die noch nicht aufgeklärt wurden, nutzen das Thema nämlich auch gern einmal, um ihre Eltern, Lehrer oder andere Kinder zu provozieren. Gerade dann sollten sie ganz ruhig und sachlich bleiben, damit ihr Kind weiß, dass es sich dabei um kein Tabu-Thema handelt und Sexualität etwas ganz Normales ist, das niemandem peinlich sein muss.

Unterstützung durch Bücher

Eine tolle Unterstützung bei der Aufklärung sind außerdem viele Ratgeber und Bücher für Kinder, die das Thema behandeln. Diese könnt ihr euch gemeinsam mit eurem Kind angucken und auf weitere Fragen eingehen. So bekommt das Kind übermittelt, dass es ein Thema ist, über das man offen sprechen kann. Am besten stellt ihr das Buch ins Regal neben die Lieblingsbücher eures Kindes, sodass es sich das Buch auch allein aus dem Bücherregal nehmen und anschauen kann. Die Lernbilderbücher und Sachbücher, wie „Was macht das Baby in Mamas Bauch?“ und „Unser Baby“ aus dem tausendkind Shop sind da zum Beispiel tolle Geschichten, die eure Kids super informieren.

Aufklärung in der S-Bahn oder im Supermarkt?

Kinder werden immer sehr neugierig, wenn sie eine schwangere Frau sehen und stellen unzählige Fragen. Natürlich könnt ihr nie wissen, wann und wo solche Fragen gestellt werden. Etwas unangenehm wird es den Eltern aber, wenn die Kleinen ausgerechnet in der Bahn mit Fragen anfangen wie „Mama, wie entstehen Babys?“ und „Papa, wenn du und Mama ein Baby bekommt, weil ihr euch lieb habt, können du und Tante Marie auch zusammen ein Baby bekommen, ihr habt euch ja auch lieb?“. Da warten nicht nur die Kids, sondern auch die anderen Fahrgäste mit einem Schmunzeln gespannt auf eure Antwort. Sagt eurem Kind am besten, dass man Fragen über intime Dinge im Privaten bespricht. Versucht aber dabei zu zeigen, dass es kein Tabuthema ist, sondern einfach ein ruhiger Moment dafür gesucht werden sollte, wie zum Beispiel beim gemeinsamen Puzzeln, bei einer kleinen Teepause, auf einer längeren Autofahrt  oder vor dem ins Bett bringen.

Zeigen die Kids aber so viel Interesse, weil jemand im Familien –oder Freundeskreis schwanger ist, sollten sie auf jeden Fall mit in die Schwangerschaft einbezogen werden. Besonders bei werdenden großen Geschwistern ist das Interesse riesig, einmal den Babybauch zu streicheln und das Treten des Babys zu spüren. Ganz interessant finden die Kleinen es auch, wenn man ihnen ein Ultraschallbild zeigt und sie das erste Mal ihr Geschwisterchen sehen, da steigt die Vorfreude gleich noch einmal!

Kind streichelt Babybauch
Mama, ich kann fühlen, wie das Baby tritt

 

Die richtige Wortwahl

Damit die Kids merken, dass ihnen beim Thema Sexualität wirklich keine Frage peinlich sein muss, solltet ihr auch die anatomisch korrekten Begriffe verwenden. Mit Worten wie „Pippi“ und „Muschi“ kann eine sehr ernste und sachliche Antwort nämlich schnell affig wirken. Und Körperteile wie Penis und Vagina sind eigentlich im Prinzip nicht anders als Arme, Beine und Kopf. Und je gelassener und natürlicher ihr das Thema behandelt, desto einfacher fällt es auch den Kids ganz natürlich darüber zu reden!

Die Entscheidung liegt bei euch

Am Ende sollten aber alle Eltern selbst entscheiden, wie und wann sie ihr Kind aufklären. Denn ihr kennt euer Kind am besten! Deshalb würde es mich interessieren, wie ihr auf diese Fragen reagieren würdet oder habt ihr bereits schon Erfahrungen mit euren neugierigen Kids gemacht?

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