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4 Dinge, die du übers Sprechenlernen garantiert noch nicht wusstest

L = R? Japanische Babys kennen den Unterschied – ihre Eltern nicht

Über die vermeintlich japanische Schwierigkeit der L-R-Lautunterscheidung gibt es unzählige Witze. Jetzt das Erstaunliche: Japanische Babys von 6 Monaten sind durchaus in der Lage, L und R zu unterscheiden. Das liegt daran, dass Babys (unabhängig ihres Geburtslandes) Universalisten sind: Jedes Baby hat die Fähigkeit, sämtliche Laute und Lautkontraste wahrzunehmen und zu erlernen.

Schweigsame Naturvölker

In Mittelamerika und Papa-Neuguinea gibt es tatsächlich Kulturen, in denen nicht direkt mit kleinen Kindern gesprochen wird. Erst, wenn sie die ersten Zwei-Wort-Sätze sprechen, reden auch die Erwachsenen mit ihnen. Erstaunlich: Diese Kinder lernen genauso schnell und mühelos zu sprechen wie Kinder aller anderen Kulturen. Dies liegt sehr wahrscheinlich daran, dass Kinder besagter Völker gut in die soziale Gruppe der Großfamilie integriert sind und permanent von Sprache umgeben sind.

Sprachentwicklung

Hund = Fuchs = Katze?

Wieso fällt es Kindern anfangs so schwer, genau zwischen Dingen zu differenzieren und die richtige Bezeichnung zu finden? Antwort: Kinder neigen zur sogenannten Überdehnung. Das bedeutet, dass Kleinkinder sich zunächst nur auf wenige Merkmale konzentrieren. Wenn beispielsweise ein Hund vier Beine und braunes Fell hat, schlussfolgern Kinder logisch, dass auch Ziegen oder Füchse mit ähnlichen Merkmalen als Hunde bezeichnet werden.

 

Was steckt hinter der Babysprache?

Hohe Tonlage, langsame, deutliche Aussprache und kurze Sätze – das kommt sicher jedem bekannt vor. Doch nicht nur, wenn wir mit 1-2-Jährigen sprechen, sondern auch mit Haustieren, Ausländern oder alten / kranken Menschen wechseln wir (oft unbewusst) die Tonlage. Woran liegt das? Vermutlich steckt dahinter der Wunsch, verstanden zu werden. Bei Ausländern vermuten wir, dass sie unsere Sprache nicht so gut verstehen und wir deshalb langsam und in einfachen Sätzen mit ihnen sprechen müssen. Auch bei Haustieren sprechen wir Babysprache in Reinform. Es ist erwiesen, dass Tiere emotionale Botschaften in unserer Sprachmelodie richtig deuten können. Warum wir jedoch bei älteren und kranken Menschen auch in einen anderen Sprachcode wechseln ist bislang noch unklar.

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