, ,

Badeausflug mit Kindern – auf was sollte man achten?

Wenn die Temperaturen bei strahlendem Wetter die Thermometer hinaufklettern, die Tage länger werden und die Straßen in der Stadt wie leer gefegt sind, haben endlich die Sommerferien begonnen! Jetzt gibt es für Eltern und Kinder wohl kaum etwas Schöneres als die Badetasche zu packen und in den nächstgelegenen See zu springen oder einfach direkt den Urlaub ans Meer zu buchen. Ein Badeausflug mit Kindern kann für die Erwachsenen zwar anstrengend sein, ist für die Kleinen aber ein Riesenspaß und gehört zu jeden abenteuerreichen Sommerferien dazu. Allerdings ist Wasser nicht ungefährlich und birgt bei unzureichender Vorbereitung oder Aufsicht auch Gefahren.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen eingehalten werden? Und was gehört zu einer vollständigen Badeausstattung? Wir haben zusammengefasst was ihr für einen perfekten Tag oder Urlaub am Wasser mit den Kids benötigt – so wird es ein Badespaß für die ganze Familie!

Badeausflug mit Kindern: anstrengend oder erholsam?

Um die Wette schwimmen, planschen oder tauchen – Wasser hält viele tolle Spielmöglichkeiten für Eltern und Kinder bereit. Mit einem Ball, Tauchring oder beim gemeinsamen Rumtollen vergeht die Zeit wie im Flug, sodass besonders die Kleinen stundenlang im kühlen Nass spielen können. Bevor Kinder selbstständig im Wasser sein dürfen, müssen sie selbstverständlich sicher schwimmen können. Die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.) hat Kriterien zur Einschätzung festgelegt wann Kinder dazu in der Lage sind, wie beispielsweise wenn sie sich unter Wasser genauso gut zurechtzufinden wie über Wasser, wenn sie ca. fünfzehn Minuten ohne Halt und Hilfe im tiefen Wasser schwimmen können, wenn sie in Rückenlage so gut schwimmen wie in Bauchlage, verschiedene Sprünge beherrschen und beim Schwimmen Wasser schlucken können ohne anhalten zu müssen. Für unsichere Schwimmanfänger gib es die allseits bekannten Schwimmflügel. Mit den kleinen Schwimmhelferlein können auch sie plantschen und das Element Wasser erkunden – im Wasser macht auf Entdeckerfahrt gehen oder mit dem richtigen Piraten-Zubehör einen Schatz erobern gleich doppelt so viel Spaß. Allerdings ist, ob mit oder ohne Schwimmhilfe, immer die Überwachung der Eltern von Nöten. Schwimmhilfen können während der Nutzung die Luft verlieren oder aber auch von den Kleinen abgestreift werden und ein Krampf kann auch geübte Schwimmer überraschen. Bei Kindern bis zu drei Jahren ist besondere Vorsicht geboten, denn sie sind noch nicht in der Lage sich selbst aufzurichten, wenn sie mit ihrem verhältnismäßig großen Kopf unter Wasser geraten. Auf der Luftmatratze oder einem coolen aufblasbaren Donut-Schwimmring zu liegen ist auf einem Badeausflug mit Kindern nicht nur für Eltern entspannend. Deswegen dürfen die quietschbunten Liegemöglichkeiten zum Faulenzen im Pool nicht fehlen. Im Meer allerdings müssen die Plastikliegen mit äußerster Vorsicht genossen oder ganz weggelassen werden. Kinder unterschätzen leicht die Kraft von Strömung und Wind und treiben damit schnell weit weg vom Strand. Es gilt die eiserne Faustregel für Eltern: Kinder in der Nähe von Wasser immer in Sichtweite behalten.

Kind liegt mit Schwimmflügeln in Rückenlage im Schwimmbecken.
Dank praktischer Schwimmhelferlein wie Schwimmflügeln oder Brettchen können sich auch ganz kleine Kids im Wasser bewegen – dennoch ist auch damit die Aufsicht der Eltern erforderlich.

Vorbereitung ist alles beim Badeausflug mit Kindern

Redet offen mit euren Kids. Bevor sie den Weg zum Wasser antreten, solltet ihr eure Kinder darüber aufklären, wie sie sich vor Ort zu verhalten haben und was verboten ist. So sehr man es sich als Elternteil vielleicht auch wünscht, hat man keine Augen im Hinterkopf und kann nicht jederzeit und überall den Überblick behalten, also sollten sie darüber Bescheid wissen, wo potenzielle Gefahrensituationen bestehen und wie sie sich im Ernstfall zu helfen wissen. Alle wichtigen Regeln zum Schwimmen mit Kindern sind von der DLRG festgelegt. Dazu gehören grundlegende soziale Verhaltensweisen im Wasser wie darauf zu achten niemanden durch einen Sprung ins Wasser zu gefährden, keinen Müll zu hinterlassen oder Andere nicht unter zu tauchen. Auch wenn eure Kinder keine kleinen Raufbolde sind und generell ruhig spielen, muss ihnen verdeutlicht werden, wie gefährlich spaßig gemeinte Aktionen im Wasser sein können. Wasser hat so etwas wie eine magische Anziehungskraft auf Kinder – sobald sie ein Schwimmbecken oder gar das Meer sehen, wollen sie reintauchen. Vor dem ersten Eintauchen sollte dein Liebling sich allerdings mit kühlem Wasser abduschen, damit er keinen Kreislaufkollaps riskiert. Häufig ist an Stränden oder Schwimmbädern ziemlich viel Trubel und es ist leicht sich aus den Augen zu verlieren. Schlagt deswegen euer Lager in der Nähe eines herausragenden Objektes, wie einem auffälligem Strandzelt, auf und lauft den Weg zum Wasser gemeinsam ab. Hinweise wie „Mama und Papa liegen neben den blauen Duschhäusern“, oder „direkt neben dem hellgrünen Strandzelt“ sind leicht zu merken. Eine der bekanntesten Schwimmregeln, die Kinder vor Betreten des Wassers kennen müssen ist, das ausdrückliche Badeverbot während eines Gewitters.

Gemeinsamer Badeausflug mit Kindern - Vater und Kind gehen gemeinsam, Hand in Hand, ins Meer hinein.
Wasser bietet viel Spannendes für Kinder – Eltern sollten sich die Zeit nehmen, um ihre Kleinen an das neue Element heran zu führen und sowohl Spiel- als auch Verhaltensweisen zu erklären.

Sicher baden gehen mit Kindern – gesundheitliche Risiken vermeiden

Blaue Lippen und weiße Hände sind ein Zeichen dafür, dass Kindern bereits ziemlich kalt ist. Nicht selten ignorieren die das allerdings gekonnt, um ja nicht mit dem Spielen aufhören zu müssen oder sie merken es im Eifer des Gefechts tatsächlich nicht. Wenn ihr bei euren Kids regelmäßig vorbeischaut und auf diese Anzeichen oder generelle Erschöpfung achtet, könnt ihr eine Unterkühlung leicht verhindern. Ein kleiner Tipp: mit Aussicht auf einen Snack, ein gemeinsames Kartenspiel oder eine Runde Ball-Kicken kommen sie wahrscheinlicher und ohne großes Nörgeln raus. Im Wasser bekommt der „Hilfe“-Ruf eine andere Gewichtung. Bei dem Badeausflug mit Kindern müssen die Kids wissen, dass sie dann in einer Gefahrensituation tatsächlich Hilfe erhalten, und andersherum den Begriff nicht aus Spaß benutzen dürfen. Ein besonders unbeliebter Punkt bei Kindern ist der Hinweis nicht mit vollem oder auch leerem Magen schwimmen zu gehen. Welches Kind holt sich nicht gerne ein Eis oder eine Pommes nach dem anstrengenden Toben im Wasser, nur um gleich danach wieder reinzuspringen? Allerdings ist auch diese Regel nicht unwichtig, denn die Verdauung, besonders von fettiger Nahrung, strengt den Körper zusätzlich zum Spielen im Wasser durchaus an und benötigt deshalb eine unterstützende Ruhepause. Auch kleine Energiebündel benötigen, nach der dauerhaften Sonnenbestrahlung und der Bewegung im Wasser, eine Verschnaufpause, auch wenn sie es selbst natürlich nicht für nötig halten und höchstwahrscheinlich die obligatorischen (nur noch) zehn Minuten verlangt werden. Hier gilt ebenfalls: die Aussicht auf weitere Unterhaltung ist ein starker, hilfreicher Motivationsfaktor. Bringt ein Buch oder Hörspiel oder ein unkompliziertes Gesellschaftsspiel mit, damit die Kleinen sich zwischendurch auch mal hinsetzten “müssen”. Spätestens abends werden sie wahrscheinlich völlig übermüdet ins Bett fallen.

Zwei Mädchen plantschen mit Schwimmringen im Schwimmbecken und tragen dabei rosa Sonnenbrillen.
Beim Toben im Wasser vergeht die Zeit für Kids rasend schnell – umso wichtiger ist es, dass die Eltern zwischendurch für eine Verschnaufpause außerhalb des Wassers sorgen.

Ist stets dabei und gibt es niemals zu viel: der Sonnenschutz

Ehe man sich’s versieht ist man beim Badeausflug mit Kindern stundenlang in der prallen Sonne gewesen. Kids denken von allein nicht daran sich einzucremen oder zwischendurch eine Pause im Schatten zu machen. Umso wichtiger ist es, dass Eltern darauf achten ihren Kleinen regelmäßig Sonnencreme aufzutragen oder das Burgen bauen mal in den Schatten zu verlegen. Für Eltern und Kinder ist Babykleidung mit UV Schutz eine unkomplizierte Maßnahme zum Schutz vor UV-Strahlen und gehört zu jedem Badetag eurer ganz kleinen Lieblinge dazu. Kinderhaut benötigt jeden Schutz den sie kriegen kann, sei es Sonnencreme, vernünftige Schutzkleidung oder eine Schatten spendende Überdachung. Die Hornschicht von Kinderhaut ist wesentlich dünner, als die von Erwachsenen und reagiert deutlich sensibler auf Sonneneinstrahlung. Wenn eure Kleinen als leidenschaftliche Wasserratten nicht mehr ins Trockene zu bekommen sind, könnt ihr ihnen auch ein T-Shirt im Wasser anziehen. Auch wenn sich das anfänglich für Kids vielleicht befremdlich anfühlt, ist es ein einfacher Trick einem Sonnenbrand vorzubeugen und wird dann doch lieber in Kauf genommen, als frühzeitig das Wasser verlassen zu müssen. Nichtsdestotrotz: auch mit Shirt müssen die Kleinen mindestens dreißig Minuten vor Betreten des Wassers mit Sonnencreme eingecremt werden. Obwohl für Kinder erfahrungsgemäß jede Sekunde der Einwirkzeit quälend langsam vergeht, muss sie für optimalen Schutz eingehalten werden. Für einen kühlen Kopf hilft nur die passende Kopfbedeckung. Für die ganz Kleinen eignet sich besonders eine Schirmmütze mit Nackenschutz, da diese Körperstelle besonders anfällig für einen schmerzhaften Sonnenbrand ist. Ein hilfreicher Hinweis für die Eltern der ganz Kleinen: An der Temperatur des Nackens könnt ihr leicht ermitteln wie warm (oder kalt) eurem Baby ist. Ein trockener und warmer Nacken ist ein gutes Zeichen, wenn er allerdings feucht ist, ist deinem Kleinen eventuell zu heiß.

Zwei Kinder stehen mit Poolnudeln am Rand eines Schwimmbeckens und tragen Schwimmanzüge, Kopfbedeckung und Schwimmbrillen., alles in den Farben blau und pink.
Die richtige Vorbereitung beim gemeinsamen Badeausflug mit Kindern fängt schon mit der schicken und vor allem schützenden Badekleidung an.

 

Ja, ein Badeausflug mit Kindern hört sich erstmal anstrengend an und als Elternteil kann man in der Nähe von Wasser schnell dazu neigen überall potenzielle Gefahrenquellen zu entdecken. Ein Badetag soll aber vor allem eins: Spaß machen. Aktivitäten wie draußen unter der Sonne sein, mit Wasser spielen und Zeit mit der Familie verbringen gehören unbedingt zu grandiosen Sommerferien dazu. Wachsam sein ist zwar in der Umgebung von Wasser absolutes Muss, soll aber durch permanente Kontrollen den Kleinen nicht den Spaß nehmen.

Das gehört in die Badetasche:

  • UV-Schutzkleidung fürs Baby, evtl. Schwimmwindeln
  • Sonnencreme (hoher Lichtschutzfaktor, wasserfest)
  • Schwimmflügel
  • Essen und vor allem ausreichend zu Trinken
  • Trockene Wechselwäsche
  • Unterhaltungsmöglichkeiten wie Spielkarten, Kinderbuch, Ball, Frisbee etc.
  • Handtücher (groß, bunt, mit Motiv) eigenen sich als erkennbare Markierung, um den Liegeplatz von Mama und Papa zu finden
  • Strandzelt/ Strandmuschel oder Sonnenschirm als Schattenmöglichkeiten

Tipps auf einen Blick:

  • Regeln erklären: z.B. soziales Verhalten in und um Wasser, nicht baden mit leerem oder vollem Magen, baden bei Gewitter verboten, Hilfe-Ruf bei Gefahr
  • Für Sonnenschutz sorgen: regelmäßig eincremen, Pausen im Schatten einlegen
  • Wachsam bleiben: Kinder immer in Sichtweite behalten
  • Schutz vor Unterkühlung: auf blaue Lippen und weiße Hände achten
  • Lager neben auffälligem Objekt aufschlagen: damit Kinder den Weg vom Handtuch zum Wasser finden können

One comment

  1. Hallo liebes Tausendkind-Team.
    Ich war jahrelang Rettungsschwimmer beim Roten Kreuz und kann nur eindringlich auf den Punkt “Wachsam Bleiben” hinweisen. Gerade bei Kindern kann eine Erschöpfung schnell eintreten, auch wenn man oftmals das Gefühl hat, dass die Batterie bei einem Kind nie leer geht. Ein Ertrinken passiert leider sehr oft still und unbemerkt von Dritten. Es ist nicht so (wie man es auf dem Fernsehen kennt), dass ein Kind schreit und mit den Händen wedelt, wenn es in eine Notlage gerät. Vielmehr spricht man eher von einem stillen Ertrinken, da Kinder oft in eine Art “Schockstarre” verfallen. Rettungsschwimmer und Bademeister tun sicherlich ihr menschenmöglichstes, um einen Ernstfall zu vermeiden. Trotzdem ist es auch Aufgabe der Eltern, stets ein Auge auf das Kind zu behalten. Leider viel zu oft sehe ich Eltern, die lieber in Ihr Handy starren oder ein Buch lesen, anstelle aktiv das Kind zu beobachten. Hier kann sogar eine Minute Unachtsamkeit für einen Ernstfall sorgen. Anmerkung: In diesem Zusammenhang kann ich allen Eltern auch nur raten, mal den Begriff “Sekundäres Ertrinken” googeln.

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfehler sind mit * markiert